Gibt es eine Familienversicherung in der Schweiz?
In der Schweizer Grundversicherung hat jedes Familienmitglied eine eigene Versicherung. Kinder sind nicht kostenlos über die Eltern mitversichert. Ein Familienvergleich bedeutet deshalb, passende Angebote für jede Person zu prüfen und danach die Kosten des gesamten Haushalts zusammenzurechnen.
Müssen Eltern und Kinder dieselbe Krankenkasse wählen?
Sie können unterschiedliche Krankenkassen wählen. Eine gemeinsame Kasse kann die Administration erleichtern, ist aber nicht zwingend die günstigste Kombination. Prüfen Sie die Grundversicherung und freiwillige Zusatzleistungen separat.
Eltern
Vergleichen Sie dieselbe Franchise und passende Modelle. Berücksichtigen Sie Ihre erwarteten Behandlungskosten und die verfügbare Reserve.
Kinder
Kinder haben eigene Prämien und Franchisen. Prüfen Sie, ob die gewünschte Kinderarztpraxis zum Modell passt.
Zusatzleistungen
Prüfen Sie den Bedarf pro Person, etwa für Zahnbehandlungen, Sehhilfen oder Spitalleistungen. Leistungen und Grenzen hängen vom Vertrag ab.
Ein Baby bei der Krankenkasse anmelden
Eltern müssen ihr Kind innerhalb von drei Monaten nach der Geburt in der Grundversicherung anmelden. Bei fristgerechter Anmeldung gelten Versicherungsschutz und Prämien rückwirkend ab Geburt. Die Anmeldung einer Zusatzversicherung ist davon getrennt; klären Sie deren Aufnahmebedingungen frühzeitig beim Versicherer.
So rechnen Sie einen Familienvergleich
Notieren Sie für jedes Familienmitglied die monatliche Prämie. Addieren Sie die Beträge und multiplizieren Sie die Summe mit zwölf. Rechnen Sie Zusatzversicherungen separat dazu, damit Sie erkennen, welcher Teil auf die Grundversicherung entfällt.
Franchise und Selbstbehalt für Kinder
Die ordentliche Kinderfranchise beträgt CHF 0. Freiwillig sind Franchisen von CHF 100 bis CHF 600 in Hunderterschritten möglich; nicht jede Kasse bietet alle Stufen an. Der reguläre Selbstbehalt beträgt 10 Prozent der gedeckten Kosten nach der Franchise, für Kinder höchstens CHF 350 im Kalenderjahr. Besondere Regeln gelten unter anderem bei bestimmten Medikamenten. Kinder bezahlen keinen täglichen Spitalbeitrag.
| Gedeckte Behandlungskosten im Jahr | Franchise CHF 0 | Franchise CHF 600 |
|---|---|---|
| CHF 0 | CHF 0 | CHF 0 |
| CHF 500 | CHF 50 | CHF 500 |
| CHF 2’000 | CHF 200 | CHF 740 |
| CHF 5’000 | CHF 350 | CHF 950 |
Die Rechnung lautet: Franchise bis zur Höhe der Behandlungskosten plus 10 Prozent des verbleibenden Betrags, höchstens CHF 350 Selbstbehalt. Bei CHF 2’000 Behandlungskosten und CHF 600 Franchise ergibt das CHF 600 + CHF 140 = CHF 740. Vergleichen Sie diese Mehrbelastung mit der tatsächlichen jährlichen Prämienersparnis. Die Beispiele berücksichtigen keine Sonderregeln oder gemeinsame Obergrenzen für mehrere Kinder.
Familienrabatte und Prämienverbilligung getrennt prüfen
Ein Rabatt auf eine Zusatzversicherung und eine kantonale Prämienverbilligung sind unterschiedliche Dinge. Lassen Sie sich bei einem Familienangebot zeigen, auf welche Police sich die Vergünstigung bezieht und ob sie an weitere Verträge gebunden ist. Vergleichen Sie anschliessend die gesamten Jahresprämien und die versicherten Leistungen.
Die zuständige kantonale Stelle entscheidet über eine Prämienverbilligung. Über die Kantonsübersicht gelangen Sie zu den regionalen Informationen und offiziellen Anlaufstellen, etwa für Bern, Zürich oder Schwyz. Prüfen Sie dort das richtige Anspruchsjahr und die Anmeldefrist.
Checkliste vor der Entscheidung
- Welche Prämie gilt für jede Person am tatsächlichen Wohnort?
- Wer nutzt regelmässig Behandlungen und wer nur selten?
- Bleibt die bevorzugte Arztpraxis im gewählten Modell erreichbar?
- Welche Zusatzleistungen sind bereits versichert und welche werden gebraucht?
- Wie hoch sind die jährlichen Gesamtkosten einschliesslich der Zusatzprämien?
- Sind Fristen und Aufnahmebestätigungen für jede betroffene Police geklärt?
Häufige Fragen zum Familienvergleich
Ist ein Familienrabatt automatisch günstiger?
Vergleichen Sie den Gesamtbetrag nach Rabatt mit Angeboten anderer Versicherer. Ein beworbener Rabatt allein sagt wenig über die Jahreskosten oder den Leistungsumfang aus.
Wie wähle ich die Franchise?
Vergleichen Sie die Prämienersparnis mit der möglichen Eigenbeteiligung und Ihrer Reserve. Die passende Franchise kann für Eltern und Kinder unterschiedlich sein. Unser Franchise-Ratgeber für Erwachsene erklärt die Abwägung.
Weiterlesen und offizielle Quellen
- BAG: ordentliche und wählbare Franchisen
- BAG: Kinderfranchise, Selbstbehalt und Spitalbeitrag
- BAG: Versicherungspflicht und Anmeldung nach der Geburt
- Priminfo: Grundversicherung für Familien
- Priminfo: Zusatzversicherungen
Stand: 22. Oktober 2026.
Erfassen Sie Erwachsene und Kinder im bestehenden Vergleich.